Max Verstappen
niederländisch-belgischer Automobilrennfahrer
Max Emilian Verstappen (* 30. September 1997 in Hasselt, Belgien) ist ein niederländisch-belgischer Automobilrennfahrer. Der Sohn des Rennfahrers Jos Verstappen wurde 2013 Kart-Weltmeister und zweifacher Kart-Europameister. 2014 trat er in der europäischen Formel-3-Meisterschaft an. Seit der Saison 2015 nimmt Verstappen an der Formel 1 teil, seit 2016 fährt er für Red Bull Racing. Er gewann mit Red Bull Racing die Formel-1-Weltmeisterschaften 2021, 2022, 2023 und 2024.
Karriere
Kartsport (2005–2013)
Verstappen begann seine Motorsportkarriere 2005 im Kartsport. Von 2006 bis 2008 gewann er dreimal die belgische Minimax-Rotax-Challenge. 2007 siegte er zudem in der niederländischen Minimax-Rotax-Challenge. 2008 und 2009 entschied er die Minimax-Wertung der Benelux Karting Series für sich und wurde in beiden Jahren belgischer Kartmeister. 2008 in der Kadetten-Klasse, 2009 in der KF5-Wertung.
2010 wechselte Verstappen in den internationalen Kartsport. Er gewann auf Anhieb in der KF3-Klasse die WSK Euro Series und die WSK World Series sowie den europäischen Bridgestone Cup. Im CIK-FIA-Weltcup wurde er Zweiter, in der CIK-FIA-Europameisterschaft Fünfter. 2011 verteidigte Verstappen den Meistertitel der KF3-Klasse der WSK Euro Series. 2012 wurde er Achter in der KF1-Klasse der CIK-FIA-Kartweltmeisterschaft. In der KF2-Klasse erreichte er den zweiten Platz im CIK-FIA-Weltcup und den sechsten Platz in der WSK Euro Series. Die WSK Master Series entschied er in dieser Klasse für sich. Ursprünglich gewann Verstappen die CIK-FIA-Europameisterschaft, er wurde aber wegen einer Strafe auf den zehnten Platz zurückgesetzt.
In seinem letzten Jahr im Kartsport 2013 entschied Verstappen sowohl die CIK-FIA-Europameisterschaft in der KF- als auch in der KZ-Klasse für sich. In der KZ1-Klasse gewann er zudem die WSK Euro Series. In der CIK-FIA-Weltmeisterschaft gewann Verstappen 2013 die KZ-Klasse. In der KF-Klasse lag er bis zur letzten Veranstaltung in Führung und wurde schließlich Dritter.
Formel 3 und Formel-1-Testfahrten (2014)
Ende 2013 absolvierte Verstappen seine ersten Testfahrten im Formelsport. Bei seinem Formel-3-Debüt erzielte er auf Anhieb die Tagesbestzeit. Anfang 2014 nahm Verstappen an der Florida Winter Series teil. Er erzielte drei Pole-Positions, gewann zwei Rennen und stand insgesamt fünfmal auf dem Podest.
Anschließend erhielt er für die Saison 2014 ein Cockpit bei Van Amersfoort Racing in der europäischen Formel-3-Meisterschaft. Bereits an seinem Debütwochenende erzielte er bei einem Rennen einen zweiten Platz. Bei seinem sechsten Formel-3-Rennen in Hockenheim gelang ihm sein erster Sieg. Bei den aufeinander folgenden Veranstaltungen in Spa-Francorchamps und Nürnberg gewann Verstappen jeweils alle drei Rennen und erzielte damit sechs Siege in Folge. Aufgrund seiner guten Resultate in seiner ersten Formelsportsaison – speziell der drei Siege in Nürnberg bei wechselnden Wetterbedingungen – wurde er im August in das Förderprogramm von Red Bull aufgenommen. Auf dem Nürburgring, in Imola und Hockenheim gewann er weitere Rennen. Mit zehn Siegen hatte kein Fahrer mehr Siege als Verstappen erzielt. Er beendete die Saison auf dem dritten Platz der Fahrerwertung. Darüber hinaus startete Verstappen für Van Amersfoort Racing zum Macau Grand Prix und erreichte dabei den siebten Platz. Das Zandvoort Masters gewann er mit Motopark Academy.
Im September 2014 erhielt Verstappen die Superlizenz, nachdem er wenige Tage zuvor mit einem Toro Rosso STR7 rund 400 Kilometer bei Testfahrten auf dem Adria International Raceway zurückgelegt hatte. Anschließend debütierte Verstappen für Toro Rosso im ersten freien Training beim Großen Preis von Japan. Mit 17 Jahren und drei Tagen wurde er damit zum jüngsten Fahrer, der an einem Formel-1-Wochenende zum Einsatz kam.
Formel 1 (seit 2015)
Scuderia Toro Rosso (2015/16)
2015
2015 erhielt Verstappen bei der Scuderia Toro Rosso ein Formel-1-Cockpit und wählte die 33 als seine Startnummer. Er wurde damit zum jüngsten Formel-1-Fahrer der Geschichte und zum ersten Formel-1-Fahrer unter 18 Jahren. Sein Teamkollege war Carlos Sainz Jr. Nach einem Ausfall im ersten Rennen wurde er im zweiten Rennen in Malaysia Siebter und holte erstmals Punkte. Er wurde damit zum jüngsten Formel-1-Fahrer, der Punkte erzielt hatte. Seine besten Ergebnisse waren die in Ungarn und den USA, wo er jeweils Vierter wurde. Er schloss seine Debütsaison auf dem zwölften Platz ab und setzte sich mit 49 zu 18 Punkten gegen seinen Teamkollegen durch. Bei der FIA-Gala am Jahresende wurden Verstappen drei Auszeichnungen verliehen: Rookie des Jahres, Persönlichkeit des Jahres und für die Aktion des Jahres. Letzteres war das Überholmanöver gegen Felipe Nasr außen in der Blanchimont-Kurve beim Großen Preis von Belgien.
2016
2016 bildeten Verstappen und Sainz zunächst erneut das Toro-Rosso-Fahrerduo. Verstappen erzielte in den ersten vier Rennen dreimal Punkte, wobei ein sechster Platz in Bahrain sein bestes Ergebnis war. Nach dem vierten Rennen, dem Großen Preis von Russland, entschied sich Red Bull dazu, Verstappen mit Daniil Kwjat zu tauschen, sodass Verstappen ab dem Großen Preis von Spanien für Red Bull Racing fuhr.
Red Bull (seit 2016)
2016
Bereits bei seinem Debüt für Red Bull in Spanien gelang Verstappen sein erster Formel-1-Sieg. Er war damit der erste Niederländer, der ein Formel-1-Rennen gewann, und zudem im Alter von 18 Jahren und 228 Tagen der bis dahin jüngste Formel-1-Sieger. Beim Red-Bull-Heimrennen in Österreich und eine Woche später in Großbritannien stand er als Zweiter erneut auf dem Podium. Beim Großen Preis von Deutschland wurde er Dritter. In Malaysia erreichte er mit dem zweiten Platz hinter seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo einen Doppelsieg für Red Bull Racing. Eine Woche später wurde er beim Großen Preis von Japan abermals Zweiter. In dem Rennen fiel er mit einem harten Manöver gegen Lewis Hamilton auf, indem er beim Bremsen die Spur wechselte. Da Verstappen auch bereits bei den Rennen in Ungarn und Belgien mit harten Manövern gegen Kimi Räikkönen aufgefallen war, präzisierte die FIA das Regelwerk und untersagte fortan Richtungswechsel beim Bremsen, die dazu führen, dass ein anderer Fahrer ausweichen muss. In Mexiko fiel Verstappen erneut durch harte Zweikämpfe auf. Zunächst berührte er den Weltmeisterschaftsführenden Nico Rosberg in der ersten Kurve. Im weiteren Rennverlauf erhielt er eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, nachdem er bei einem Zweikampf mit Sebastian Vettel die Auslaufzone genutzt hatte, um seine Position zu verteidigen. Er fiel durch die Zeitstrafe vom dritten auf den vierten Platz zurück. Beim darauf folgenden Regenrennen in Brasilien zeigte Verstappen einige Überholmanöver, fuhr die schnellste Rennrunde und wurde schließlich Dritter. In der Weltmeisterschaft verbesserte er sich auf den fünften Rang.
2017
Für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2017 blieben Verstappen und Ricciardo bei Red Bull Racing. In China wurde er Dritter. Inzwischen war seine Saison oft geprägt von Zuverlässigkeitsproblemen und Unfällen, beispielsweise beim Start vom Großen Preis von Österreich, wo er mit Fernando Alonso und Daniil Kwjat kollidierte. Beim Großen Preis von Malaysia gewann er sein erstes Rennen in der Saison 2017. Anschließend wurde er Zweiter in Japan. In Mexiko gelang ihm sein zweiter Saisonsieg. Am Saisonende belegte er den sechsten Gesamtplatz mit 168 Punkten.
2018
2018 ging Verstappen erneut für Red Bull Racing an den Start. In Bahrain schied er aus. In China kollidierte er mit Sebastian Vettel, wobei dessen Auto beschädigt wurde. In Spanien und Kanada wurde er Dritter. In Aserbaidschan kollidierte er zusammen mit Daniel Ricciardo. Das Red-Bull-Heimrennen in Österreich gewann er. Beim Großen Preis von Belgien erreichte er den dritten Platz. In Singapur und den USA wurde er Zweiter, in Japan Dritter. Beim Großen Preis von Mexiko folgte ein weiterer Sieg. Anschließend wurde er Zweiter in Brasilien. Bei dem Rennen kollidierte Verstappen in Führung liegend mit Esteban Ocon am Ausgang des Senna-S, als sich Ocon zurückrunden wollte. Dabei drehten sich sowohl Ocon als auch Verstappen, wodurch Lewis Hamilton die Führung zurück übernahm und schließlich gewann. Ocon wurde für die Kollision mit einer zehnsekündigen Stop-and-Go-Strafe belegt. Verstappen beleidigte Ocon über Boxenfunk und bei Interviews nach dem Rennen. Kurz nach dem Rennende ging Verstappen auf Ocon zu und wurde handgreiflich. Verstappen wurde daraufhin von der FIA zu zwei Tagen öffentlicher Arbeit in der Direktion der FIA verurteilt, die er innerhalb von sechs Monaten nach dem Zwischenfall abzuleisten hatte. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi wurde Verstappen erneut Dritter. Am Saisonende lag er auf dem vierten Platz in der Fahrerwertung mit 249 Punkten.
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