Kevin Spacey
US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur
Kevin Spacey Fowler, KBE, (* 26. Juli 1959 in South Orange, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Film- und Theaterregisseur sowie Film- und Fernsehproduzent. Seit Mitte der 1980er-Jahre bekleidete er über 80 Rollen in Film- und Fernsehproduktionen. Für seine Leistungen in den Kinofilmen Die üblichen Verdächtigen (1995) und American Beauty (1999) wurde er jeweils mit dem Oscar ausgezeichnet.
Von 2003 bis 2015 war er künstlerischer Leiter des Londoner Old Vic Theatre. In den 2010er-Jahren rief er sich einem weltweiten Publikum durch seine Darstellung als machthungriger Politiker Francis „Frank“ Underwood in der Fernsehserie House of Cards (2013–2017) in Erinnerung, die ihm einen Golden Globe Award einbrachte. 1991 erhielt er einen Tony Award für seine Darstellung des Uncle Louie in Lost in Yonkers.
Leben und Werk
Kindheit und Jugend
Kevin Spacey wurde als Sohn des Technischen Redakteurs Thomas Geoffrey Fowler (1924–1992) und dessen Frau, der Sekretärin Kathleen Ann Fowler, geb. Knutson (1931–2003), in South Orange im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Als er dreieinhalb Jahre alt war, zog die Familie zusammen mit ihm und seinen älteren Geschwistern Julie und Randy in einen Vorort von Los Angeles. In der kalifornischen Metropole besuchte Spacey später die Kadettenanstalt von Northridge, von der er allerdings verwiesen wurde. In der elften Klasse wechselte er schließlich von der Canoga Park High School an die Chatsworth High School, wo er erste ernsthaftere Schauspielerfahrungen sammelte und die er als Jahrgangsbester verließ. Auf der Chatsworth High spielte Spacey unter anderem den Georg Ludwig von Trapp in dem Musical The Sound of Music. In dieser Zeit nahm er den Geburtsnamen seiner Großmutter väterlicherseits an. Verschiedene Berichte geben fälschlicherweise an, er habe den Namen zu Ehren des Schauspielers Spencer Tracy angenommen, indem er dessen Vor- und Nachnamen kombiniert habe. Nach seiner Zeit an der Highschool versuchte sich Spacey zunächst einige Jahre lang als Stand-up-Comedian, bevor er zwischen 1979 und 1981 an der Juilliard School in New York City Schauspiel studierte.
Theater
Spaceys erster professioneller Schauspielauftritt war der eines Lanzenträgers in einer Inszenierung des ersten Teils des Dramas Heinrich VI. auf dem New York Shakespeare Festival 1981. Im folgenden Jahr gab er als Oswald in Henrik Ibsens Gespenster sein Debüt am Broadway. Anschließend übernahm er den Part des Philinte in Molières Der Menschenfeind, bevor er 1984 erstmals in David Rabes Hurlyburly spielte. Er übernahm dann in Rotation jede männliche Rolle des Stückes und wirkte auch in der Leinwandversion von 1998 als Mickey mit. Nach einem Auftritt in Anton Tschechows Die Möwe folgte 1986 ein Engagement in einem Dinner-Theater in New Jersey, wo er in Anthony Shaffers Revanche mitwirkte.
Bekanntheit als Theaterschauspieler erlangte Spacey 1986, als er neben Jack Lemmon, Peter Gallagher und Bethel Leslie als Jamie in Jonathan Millers von der Kritik hochgelobter Produktion Eugene O’Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht spielte. Seinen ersten großen Fernsehauftritt hatte er in einer Folge der Krimiserie Crime Story, in der er 1987 einen Senator aus dem Kennedy-Clan spielte. Obwohl sich sein Interesse immer mehr dem Film zuwandte, spielte Spacey auch in den folgenden Jahren in mehreren Broadway-Produktionen. 1991 gewann er einen Tony Award für seine schauspielerische Darbietung des Uncle Louie in Neil Simons Lost in Yonkers.
Film und Serien
Zu Beginn seiner Filmkarriere spielte Spacey unter anderem einen exzentrischen Millionär in der Fernsehserie L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse, erneut an der Seite von Jack Lemmon in dem Fernsehfilm The Murder of Mary Phagan (1988) sowie in der Komödie Die Glücksjäger mit Richard Pryor und Gene Wilder (1989). Einem größeren Publikum wurde er als verrückter Waffenhändler Mel Profitt in der Fernsehserie Wiseguy bekannt. Spacey etablierte sich als Charakterschauspieler und wurde für größere Rollen, wie beispielsweise in der Tragikomödie No Panic – Gute Geiseln sind selten (1994), der Satire Unter Haien in Hollywood oder dem Drama Glengarry Glen Ross (1992) an der Seite von Jack Lemmon, Al Pacino und Ed Harris verpflichtet.
Internationale Bekanntheit erlangte Spacey 1995 durch seine Rolle als rätselhafter Krimineller Verbal Kint in Bryan Singers Die üblichen Verdächtigen, für die er 1996 mit dem Oscar als Bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde. Im selben Jahr spielte er in dem Thriller Sieben mit Brad Pitt und Morgan Freeman, in dem er erst spät, und ohne im Vorspann genannt zu werden, als Serienkiller John Doe seinen Auftritt hat. 1996 spielte er in der Verfilmung von John Grishams Die Jury einen Staatsanwalt und gab zudem mit Albino Alligator sein Regiedebüt.
1997 gründete Spacey die Produktionsfirma Trigger Street Productions (CEO ist Dana Brunetti). Der Name Triggerstreet entstand bereits in Spaceys Jugend, basierend auf der gleichnamigen Straße in seiner Umgebung. Neben größeren Filmproduktionen wie Casino Jack, Safe – Todsicher und Recount ermöglicht er damit auch neuen Talenten den Einstieg ins Filmgeschäft. In Zusammenarbeit mit Jameson First Shot werden in Form eines Talentwettbewerbs Drehbücher von jungen Regisseuren umgesetzt, 2012 auch mit Spacey in der Hauptrolle.
Als Schauspieler übernahm er weitere Hauptrollen in Hollywood-Produktionen wie L.A. Confidential (1997), Mitternacht im Garten von Gut und Böse (1997) oder Verhandlungssache (1998). Hervorzuheben ist seine Rolle in American Beauty als desillusionierter Familienvater Lester Burnham im Jahr 1999, wofür er seinen zweiten Oscar erhielt, diesmal als Bester Hauptdarsteller. Für diese Darstellung wurde Spacey außerdem mit dem Chlotrudis Award als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet. Für seine Rolle in der Broadway-Produktion The Iceman Cometh wurde er erneut für den Tony Award nominiert.
1999 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
In den folgenden Jahren spielte Spacey den physisch und emotional vernarbten Lehrer Eugene Simonet in Das Glücksprinzip (2000), in K-PAX – Alles ist möglich (2001) einen Patienten in einer geschlossenen Anstalt, der behauptet, ein Außerirdischer zu sein, sowie in Das Leben des David Gale (2003) einen zum Tode verurteilten Aktivisten gegen die Todesstrafe. In der von ihm selbst inszenierten Filmbiographie Beyond the Sea – Musik war sein Leben (2004), die in und um Berlin gedreht wurde, übernahm er die Rolle des Sängers Bobby Darin. Das Werk war nach seinen eigenen Angaben ein lang gehegter Traum, wobei er neben dem Spielen der Hauptrolle auch am Drehbuch mitwirkte und Regie führte. Im Film wie auf dem Soundtrack sang Spacey alle Stücke selbst, außerdem trat er nach der Veröffentlichung von Beyond the Sea mit den Liedern auf verschiedenen Tribut-Konzerten auf. Für seine Gesangsdarbietung erhielt Spacey überwiegend positive Kritiken, außerdem war er als Bester Hauptdarsteller in einer/m Komödie/Musical für die Golden Globe Awards 2005 nominiert. Dennoch wurde allgemein kritisiert, dass Spacey für die Rolle des jungen Bobby Darin zu alt gewesen sei.
2006 spielte Spacey Lex Luthor im Film Superman Returns. Obwohl der Film überwiegend negative Kritiken erhielt, wurde zumindest Spaceys Darstellung als Bösewicht gelobt. Weitere Auftritte hatte der Schauspieler an der Seite von Morgan Freeman und Justin Timberlake in dem Film Edison (2006), der lediglich direkt auf DVD veröffentlicht wurde, sowie als MIT-Professor im Film 21 mit Kate Bosworth, Laurence Fishburne und Jim Sturgess. 21 basiert auf dem Bestseller Bringing Down the House: The Inside Story of Six MIT Students Who Took Vegas for Millions von Ben Mezrich. 2009 spielte Spacey an der Seite von George Clooney, Ewan McGregor und Jeff Bridges in dem Film Männer, die auf Ziegen starren. In der Netflix-Fernsehserie House of Cards, von der zwischen 2013 und 2018 sechs Staffeln produziert wurden, spielte Spacey die Hauptrolle des amerikanischen Kongressabgeordneten Francis Underwood, der besonders skrupellos und manipulativ agiert und in immer höhere Regierungsämter aufsteigt. Diese mit hohem Budget produzierte Serie (50 Mio. Dollar je Staffel) wurde bei Kritik und Publikum zu einem großen Erfolg. Sie brachte Spacey auch mehrere Nominierungen ein, wie für den Emmy-Award und den Golden Globe Award.
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