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John Barrowman

John Barrowman

Schauspieler, Sänger und Autor

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John Scot Barrowman MBE (* 11. März 1967 in Glasgow, Schottland) ist ein britisch-US-amerikanischer Entertainer.

Er studierte Darstellende Kunst in Großbritannien und den USA und widmet sich hauptsächlich dem Schauspiel in (Musical-)Theater und Fernsehen, arbeitet aber auch als Sänger, Fernsehmoderator, Autor und Comedian sowie privat als Menschenrechts- und Tierschutzaktivist. Im Sinne der Unterhaltung versuchte er sich außerdem als Eiskunstläufer, Tänzer und Tierdokumentarfilmer für das britische und kanadische Kinderfernsehen. 2011 verlieh seine Alma Mater RSAMD dem erfahrenen Leading Man die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Schauspiel.

Internationale Bekanntheit außerhalb der Theaterszene erlangte Barrowman seit 2005 durch seine Darstellung des Captain Jack Harkness in der britischen Science-Fiction-Familienserie Doctor Who. Captain Jack, Rose und Sarah Jane gelten als die beliebtesten Companions (Vertraute des Doctor) in der 60-jährigen Geschichte der Kultserie. Infolgedessen erhielt seine Figur mit Torchwood in vier Staffeln einen eigenen international erfolgreichen Ableger, gefolgt von einer Vielzahl von Hörspielen, Merchandise-Objekten (Spielfiguren, Kleidung etc.), Comics, Zeitschriften und Romanen, einige davon aus der Feder von Barrowman und seiner Schwester Carole (* 1959), einer Professorin für Anglistik und Literatur in Wisconsin. Im britischen Fernsehen ist er seit dieser Rolle nahezu omnipräsent; als Antagonist Malcolm Merlyn / „Dark Archer“ brachte er sein wachsendes internationales Publikum ab 2012 mit zur US-amerikanischen Serie Arrow.

Leben

Kindheit und Familie

John Barrowman wurde als jüngster Sohn von Marion und John Barrowman im Glasgower Vorort Mount Vernon geboren. Er hat zwei ältere Geschwister, Andrew (* 1962) und Carole (* 1959). Sein Vater arbeitete als Ingenieur für Caterpillar (Baumaschinenproduzent) an dessen schottischem Standort Uddingston. Seine Mutter sang ehrenamtlich im Kirchenchor der kleinen Gemeinde und verdiente ein Zubrot als Buchhalterin im örtlichen Plattenladen, wohin Barrowman seine Mutter als Grundschüler regelmäßig begleitete und dort auf dem Tresen stehend die Hits der Woche zum Besten gab. Als er drei Jahre alt war, hielt sich seine Familie ein Jahr lang aus beruflichen Gründen in den Vereinigten Staaten auf (in Illinois befindet sich der Caterpillar-Hauptsitz), im Alter von neun Jahren emigrierte er dauerhaft, seine Großmutter Murn (Marion) Anderson begleitete die Familie. In Illinois lebten sie erst einige Zeit in Aurora, dann folgte ein Umzug nach Joliet, einem Vorort von Chicago.

Barrowman spricht in der Öffentlichkeit allgemein mit einem erlernten amerikanischen Akzent (sog. General American). Auf diese Weise konnte er den Hänseleien seiner neuen Mitschüler nach dem Umzug in die Vereinigten Staaten entfliehen. Einige spezifisch schottische/britische Worte behielt er allerdings bei, weshalb seine Aussprache manchmal als Mid-Atlantic accent bezeichnet wird. Mit seiner Familie, mit Landsleuten oder wenn er sich in Schottland aufhält, spricht er weiterhin schottisches Englisch. Seine Schwester kann ebenso mühelos zwischen amerikanischem und schottischem Dialekt hin- und herspringen. Mit ihr zusammen erfand er hierfür in seiner Autobiographie den Begriff „bi-dialektisch“, vergleichbar wäre der in der deutschen Sprachwissenschaft verwandte Ausdruck der Diglossie. Den Akzent seines Bruders beschreibt er als eine Mischung zwischen schottisch-britischem und US-amerikanischem Akzent, während seine Eltern nach wie vor reines Schottisch sprechen. Die fünf Kinder und beide Enkel seiner Geschwister wachsen als US-Amerikaner auf, mit ihnen sprechen John und Carole amerikanisches Englisch.

Barrowmans Neffe Turner Barrowman-Casey (Caroles jüngeres Kind; *~1989) ist als Stand-up-Comedian tätig. 2015 schloss er sich in seiner Heimatstadt Minneapolis (Minnesota) mit Collin Klug, Drew Janda und Robert Fones zur Komikertruppe Boy Kisses zusammen. Gemeinsam gestalten sie Sketch-Shows, halten Stand-up-Vorträge und drehen Kurzfilme. Boy Kisses wurde 2016 von City Pages zum „Artist of the Year“ gewählt. The Interrobang listete die Gruppe als „one of the top comedy shows in America“ (eine der besten Comedy-Shows in Amerika).

Karriere als Darstellender Künstler

Ab 1987 studierte Barrowman darstellende Kunst an der US International University in San Diego, Kalifornien, sowie zeitweise in seiner Heimatstadt Glasgow an der renommierten RSAMD (heute RCS). In seinem Abschlusssemester erhielt er während einer Exkursion nach Großbritannien 1989 bei einem Vorsprechen die Hauptrolle des Billy Crocker in Cole Porters Musical Anything Goes an der Seite von Elaine Paige OBE im Londoner Royal National Theatre. Mit dieser Rolle schaffte er – für einen zwanzigjährigen Schauspielstudenten eher ungewöhnlich – seinen Durchbruch im West End und der internationalen Theaterszene. Anschließend spielte er neben diversen Musical-Rollen auch klassisches Sprechtheater, hauptsächlich in Großbritannien aber auch in Washington, D.C. und am New Yorker Broadway, und konnte sich zunehmend als Leading Man profilieren. Er erhielt Rollen in Fernsehproduktionen und einigen Kinofilmen (darunter 2004 das Porter-Biopic De-Lovely und 2005 Mel Brooks’ Inszenierung von The Producers), nahm mehrere Alben (sowohl Cast-Recordings zu Musicals als auch Solo-Alben) auf, moderierte Fernsehshows und ging auf Konzerttourneen. 2003 kehrte er noch einmal in seine Anything-Goes-Rolle des Billy Crocker zurück, diesmal im noch größeren Theatre Royal Drury Lane (West End).

Einem internationalen Publikum abseits der Theaterszene wurde Barrowman 2005 bekannt, als er die Rolle des Captain Jack Harkness in der britischen Science-Fiction-Serie Doctor Who übernahm. Von Oktober 2006 bis 2011 spielte er die gleiche Rolle in Torchwood, einem im gleichen Serienuniversum (Whoniverse) angesiedelten Ableger von Doctor Who. In einem zweiteiligen Crossover der beiden eng verbundenen Serien 2008 und noch einmal im Neujahrsspecial 2010 traf Barrowman wieder auf Bernard Cribbins OBE, der für ihn während seiner Anfänge im professionellen Theater 1989 mit Elaine Paige zu einem wichtigen Mentor geworden war. 2008 erschien seine Autobiographie Anything Goes, die er gemeinsam mit seiner Schwester Carole verfasste. Ein zweites Buch I Am What I Am erschien im September 2009. 2010 war Barrowman in fünf Episoden der Dramedy-Serie Desperate Housewives zu sehen, in welcher er die Figur des Patrick Logan verkörperte. Der Kurzauftritt in der beliebten US-amerikanischen Show diente auch der Vorbereitung der vierten und vorerst letzten Fernsehstaffel von Torchwood, die erstmals in Kalifornien als Ko-Produktion der BBC mit dem US-Sender Starz gefilmt wurde. Kurz nach dem Dreh zog sich Showrunner Russell T Davies für über zwei Jahre aus der Filmindustrie zurück, um sich um seinen todkranken Ehemann zu kümmern. Die Fernsehserie Torchwood wurde von der BBC auf Eis gelegt, es entstanden seither aber eine Vielzahl von Fortsetzungen in anderen Medien (Romane, Comics, Hörspiele).

Im Jahr 2013 kehrte Barrowman (wie auch Davies) noch einmal indirekt zu Doctor Who zurück, als Peter Davison mithilfe vieler ehemaliger Mitwirkender einen halbstündigen Kurzfilm namens The Five(ish) Doctors Reboot drehte. Das Comedy-Special war Bestandteil der Feiern zum 50. Jahrestag der Erstausstrahlung der Serie am 23. November 1963; der Titel knüpft an den offiziellen Jubiläumsfilm zum 20. Jahrestag der Serie an (Die fünf Doktoren, 1983, ebenfalls mit Davison in der Hauptrolle). Alle Beteiligten spielten im Kurzfilm selbstironische Parodien auf sich selbst, die Produktion übernahm Davisons Tochter Georgia Tennant. Mithilfe von Barrowman, David und Georgia Tennant, Paul McGann, Matt Smith und Jenna Coleman versuchen Davison, Sylvester McCoy, Colin Baker und Russell T Davies vergeblich, eine noch so kleine Rolle in der Produktion des Jubiläumsfilms Der Tag des Doktors zu ergattern. Dafür brechen sie unter anderem in die BBC-Filmstudios in Cardiff ein. Davison, McCoy und Baker enthüllen unterwegs in einer dramatisch aufgemachten Sequenz, dass Barrowman in London heimlich eine Frau und zwei Töchter hat. Der frustrierte Familienvater flieht daraufhin mit den drei ehemaligen Doktor-Darstellern zum Drehort nach Cardiff. The Five(ish) Doctors Reboot wurde im Folgejahr für einen Hugo Award als bester Kurzfilm nominiert.

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