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Cleveland Guardians

Cleveland Guardians

Baseballteam

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Die Cleveland Guardians sind ein US-amerikanisches Baseballteam aus Cleveland im Bundesstaat Ohio. Das Team wurde 1901 als Cleveland Blues gegründet und spielt in der Major League Baseball. In ihrer Geschichte wurden das Franchise zweimal Sieger der World Series. Von 1915 bis 2021 trug das Team den Namen Cleveland Indians und war unter dem Spitznamen The Tribe (deutsch Der Stamm) bekannt.

Vereinsname und Logo

Erst seit 2021 trägt das Team den Namen Guardians. Zuvor wurde über 100 Jahre lang der Name Cleveland Indians verwendet. Der alte Vereinsname und das Logo, das im Comicstil einen Indianerkopf mit Stirnband und Einzelfeder („Chief Wahoo“) zeigte, wurde mit Rassismusvorwürfen kritisiert. Während der World Series 1997 wurden drei Demonstranten verhaftet, kurz danach aber wieder freigelassen. Am 29. Januar 2018 wurde bekannt, dass das Franchise das kontroverse Logo „Chief Wahoo“ ab der Saison 2019 nicht mehr verwenden wird. Am 14. Dezember 2020 gaben die Cleveland Indians bekannt, dass das Team seinen Namen ablegen wird. Nach den Washington Commanders, zuvor „Redskins“, ist das Baseballteam aus Cleveland die zweite Mannschaft im US-amerikanischen Profisport, die ihren Namen aus diesen Gründen ändert.

Am 23. Juli 2021 präsentierte das Franchise den neuen Namen. In einem Video im sozialen Netzwerk, gesprochen von Tom Hanks und unterlegt mit der Musik von The Black Keys, wurde der Name Cleveland Guardians (deutsch Cleveland Wächter) vorgestellt. Es gab über 1100 Namensvorschläge. Ab der Saison 2022 wird der neue Name verwendet. Die bisherigen Teamfarben blieben erhalten. Der neue Name bezieht sich auf die Guardians of Traffic (deutsch Wächter des Verkehrs), acht Skulpturen auf der in der Nähe des Progressive Field liegenden Hope Memorial Bridge.

Geschichte

Das 19. Jahrhundert

1865 wurde mit dem Forest City ein Vorgängerverein der Indians gegründet. Der Name Forest City bezieht sich auf die Stadt Cleveland, die auch unter diesem Namen bekannt ist. Seit 1870 wurde das Team in den lokalen Zeitungen als Cleveland Forest Citys bezeichnet. Ein Jahr später schloss sich die Mannschaft der National Association of Professional Base Ball Players, der ersten professionellen Baseballliga an. Da es in der Liga in Rockford ebenfalls einen Verein mit dem Namen Forest City gab, wurden die Mannschaften häufig FC Cleveland und FC Rockford genannt. Im Laufe der Saison 1872 zog sich die Mannschaft aus der Liga zurück.

1876 löste die National League die National Association of Professional Base Ball Players ab. Aus Cleveland war keine Mannschaft in der Liga. Die National League suchte 1879 neue Mitglieder und die Cleveland Blues wurden aufgenommen. Nach sechs Jahren mit durchschnittlichem Erfolg wurde die Mannschaft zur Saison 1885 nach St. Louis verlegt. 1887 wurde ein neues Team gegründet, welches in der American Association spielte. 1890 wurde die Mannschaft, die mittlerweile als Cleveland Spiders bekannt war, erneut in die National League aufgenommen. Ein Jahr später zog das Team in den League Park um. Das Stadion sollte in den nächsten 55 Jahren die Heimat des Clubs sein.

Angeführt vom Pitcher Cy Young zog die Mannschaft in den 1890er Jahren zweimal in den Temple Cup, dem Vorläufer der World Series, ein. 1895 gewann die Mannschaft diesen Titel. Nur vier Jahre später verlor die Mannschaft viele ihrer besten Spieler an die St. Louis Cardinals. Geschwächt durch die Abgänge folgte eine verheerende Saison. Entsprechend niedrig waren die Zuschauerzahlen bei Heimspielen, so dass das Team die meisten Spiele auswärts bestritt. Nach der Saison mussten die Spiders zusammen mit drei anderen Teams die National League verlassen.

Als Reaktion auf den Schrumpfungsprozess der National League änderte die zweitklassige Western League seinen Namen in American League und erklärte sich selber zur Major League. Der Verein aus Grand Rapids wurde nach Cleveland verlegt und nahm den Namen Blues an. Die Cleveland Blues waren einer der acht Gründungsmitglieder der American League.

1901–1954: Neugründung und zwei Meisterschaften

Damit die American League im Wettbewerb mit der National League bestehen konnte warben die American-League-Teams Spieler aus der National League ab. Einer dieser Spieler war Nap Lajoie, der 1902 von den Philadelphia Phillies nach Cleveland wechselte. Im gleichen Jahr änderte das Team seinen Namen in Bronchos. Lajoie wurde zum Publikumsliebling, so dass das Team ab der Saison 1905 unter dem Namen Naps antrat. 1915 folgte schließlich die Umbenennung in Cleveland Indians.

Die frühen 1920er Jahre waren sehr erfolgreich. 1919 wurde Tris Speaker zum Spielertrainer ernannt. Ein Jahr später erreichte die Mannschaft erstmals die World Series. Die Brooklyn Robins (ein Vorläufer der Los Angeles Dodgers) wurden mit 5:2 Siegen geschlagen. Überschattet wurde der Erfolg vom Tod des Infielders Ray Chapman im August 1920. Er wurde von einem Wurf des Yankees-Pitcher Carl Mays getroffen und starb an den Verletzungen. Nach zwei zweiten Plätzen rutschte die Mannschaft wieder in den Tabellenkeller zurück. 1940 kam die Mannschaft der Meisterschaft wieder sehr nah. Eine Spielerrevolte sollte den Teambesitzer Alva Bradley dazu bringen, den Trainer Ossie Vitt zu entlassen. Bradley lehnte jedoch ab. Einige Journalisten verhöhnten die Spieler als crybabies (Heulsusen).

1946 wurden die Indians an eine Investorengruppe, die von Bill Veeck angeführt wurde, verkauft. Ein Jahr später zog das Team vom in die Jahre gekommenen League Park in das Cleveland Stadium um. Im gleichen Jahr nahmen die Indians Larry Doby unter Vertrag. Er war der erste Afroamerikaner, der bei den Indians und der zweite Afroamerikaner überhaupt, der für einen MLB-Verein spielte. Doby wurde zweimal der Spieler mit den meisten Saison-Homeruns der American League. Ein Jahr später folgte der 42-jährige Pitcher Satchel Paige, der älteste Rookie der MLB-Geschichte. Nach einer starken Saison mussten die Indians ein Entscheidungsspiel gegen die punktgleichen Boston Red Sox bestreiten. Es war das erste derartige Spiel in der American League. Die Indians waren erfolgreich und zogen in die World Series ein. Nach einem 4:2-Sieg gegen die Boston Braves (heute Atlanta Braves) waren die Indians zum zweiten Mal Meister. In dem Spielfilm The Kid from Cleveland traten Spieler und Funktionäre der Indians auf, bei dem auch Wochenschau-Aufnahmen der Spiele gegen die Braves gezeigt wurden.

In den 1950er Jahren gehörten die Indians zur Spitzengruppe der American League. Fünfmal belegte die Mannschaft den zweiten Platz hinter den New York Yankees. 1954 gewannen die Indians 111 Spiele, was damals ein neuer Rekord war. In der World Series unterlag das Team mit 4:0 gegen die New York Giants (heute San Francisco Giants).

1955–1993: Der Fluch von Rocky Colavito

Zwischen 1959 und 1993 schafften die Indians nur einen dritten und fünf vierte Plätze. Ansonsten war das Team nur im Tabellenkeller zu finden. Grund für die über dreißig Jahre dauernde Talfahrt war eine Vielzahl von schlechten Transfers, bei denen die Indians gute Spieler abgaben und im Gegenzug schlechte Spieler bekamen. Die Talfahrt begann Anfang 1960, als der unter den Fans populäre Rightfielder Rocky Colavito zu den Detroit Tigers abgegeben wurde. Zwischen 1969 und 1975 schlossen die Indians sieben Spielzeiten in Folge mit einer negativen Bilanz ab.

1974 fand im Rahmen eines Spiels gegen die Texas Rangers die „Ten Cent Beer Night“ statt, wo im Stadion Bier zu einem günstigen Preis verkauft wurde. Die Aktion endete mit Krawallen unter den Zuschauern. Ein Jahr später schrieben die Indians Baseballgeschichte. Frank Robinson wurde der erste afroamerikanische Trainer einer MLB-Mannschaft. Auch er konnte die Talfahrt nicht stoppen und wurde 1977 entlassen.

Anfang der 1980er Jahre bestand die Hoffnung auf Besserung. 1980 wurde Joe Charbonneau zum „Rookie der Saison“ gewählt. Aufgrund diverser Verletzungen musste er 1982 seine Karriere beenden. 1981 warf Len Barker ein perfektes Spiel gegen die Toronto Blue Jays. Anfang 1987 musste das Team den Spott des Magazins Sports Illustrated über sich ergehen lassen. Die Saison 1986 schloss das Team mit einer positiven Bilanz ab und die Sports Illustrated prognostizierte den Titelgewinn in der American League East für die Saison 1987. Mit 101 Niederlagen wurden die Indians jedoch Letzter.

Ebenfalls 1986 wurden die Indians von den Brüdern David und Richard Jacobs für eine Summe von 35 Millionen Dollar gekauft. Zuvor wechselte das Team mehrfach den Besitzer. Drei Jahre später wurde ein fiktives Cleveland-Indians-Team im Film Die Indianer von Cleveland porträtiert. Durch diesen Film und die beiden Fortsetzungen konnten die Indians ihre Popularität weltweit erheblich steigern. Anfang der 1990er Jahre verbesserte sich die sportliche Situation der Mannschaft. 1992 wurde Joe Carter gegen Sandy Alomar jr. und Carlos Baerga eingetauscht. Dieser Transfer war unter den Fans umstritten, bedeutete aber eine Steigerung der Offensivleistung der Mannschaft.

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