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Angelique Kerber

Angelique Kerber

deutsche Tennisspielerin

8 min read

Angelique „Angie“ Kerber ([ˈand͡ʒəliːk ˈkɛʁbɐ]; * 18. Januar 1988 in Bremen) ist eine ehemalige deutsche Tennisspielerin. Ihre größten Erfolge als Einzelspielerin waren die Siege bei den Australian Open und den US Open 2016 sowie in Wimbledon 2018. Zudem gewann sie bei den Olympischen Spielen 2016 die Silbermedaille. Nach dem Sieg bei den US Open wurde Kerber am 12. September 2016 als erste Deutsche nach Steffi Graf die Nr. 1 der Weltrangliste. Nach den Olympischen Spielen 2024 beendete sie ihre Karriere.

Leben

Als Angelique Kerber acht Monate alt war, zog die Familie nach Kiel. Seit ihrem dritten Lebensjahr spielt Kerber Tennis und nahm als Jugendliche auch an Schwimmwettkämpfen teil. Nach ihrem Realschulabschluss entschied sie sich für eine Karriere als Tennisprofi. Ihre Managerin ist ihre Mutter Beata, trainiert wurde sie zunächst von ihrem Vater Sławek.

Als ihr „zweites Zuhause“ bezeichnet sie Puszczykowo an der Warthe in Polen. Auch ihren ersten Wohnsitz verlegte sie Ende 2012 von Kiel nach Puszczykowo, wo sie regelmäßig im Tennis Centre Angie ihres Großvaters Janusz Rzeźnik trainiert. Neben der deutschen Staatsbürgerschaft besitzt Kerber aufgrund des in Polen geltenden Abstammungsprinzips auch die polnische Staatsbürgerschaft. Dass Kerber auf eine frühere Anfrage des polnischen Verbandes, ob sie nicht doch für Polen spielen wolle, nicht einging, wurde von der polnischen Presse kritisiert. Kerber sagte dazu: „Es gab mal eine Anfrage vom polnischen Verband, und weil ich mich nicht sofort entschieden hatte, bin ich da in der Presse ziemlich verrissen worden. Aber ich hätte wohl ohnehin für Deutschland gespielt, ich fühle mich als Deutsche.“ Sie spricht Deutsch, Polnisch und Englisch.

Kerber führt den Tennisschläger mit der linken Hand, obwohl sie Rechtshänderin ist. Sie führt dies darauf zurück, dass ihre Trainer ihr beim Training seit Kindestagen gegenüberstanden und sie deren Schlägerhaltung intuitiv gespiegelt habe.

In der 2017 erschienenen Liste der bestverdienenden Athletinnen der Welt des Magazins Forbes belegte Kerber mit 12,6 Mio. US-Dollar Rang zwei hinter Serena Williams mit über 27 Mio. US-Dollar. Im selben Jahr wurde sie zur UNICEF-Botschafterin ernannt.

Kerbers Partner ist der Unternehmer und Fitness-Ökonom Franco Bianco. Am 24. August 2022 wurde ihre Schwangerschaft bekannt, am 25. Februar 2023 brachte Kerber eine Tochter zur Welt. Im Juni 2025 bekam Kerber ihr zweites Kind, einen Sohn.

Karriere

2001–2006

Bereits 2001 gewann Kerber einen deutschen Meistertitel im Jugendbereich und wurde in der Jugend-Weltrangliste geführt, außerdem gewann sie die polnische U14-Meisterschaft. 2002 wurde sie Deutsche Meisterin, Vizeeuropameisterin und in den Förderkader des DTB aufgenommen. Mit 15 Jahren gewann sie 2003 die Deutsche Hallenmeisterschaft der U18-Juniorinnen, die sie ein Jahr später verteidigte. Sie wurde zum ersten Mal in der Weltrangliste geführt und beendete das Jahr unter den Top 500. Bei den Mannschafts-Weltmeisterschaften belegte sie mit der deutschen U16-Nationalmannschaft den 5. Platz. Beim Juniorinneneinzel der Australian Open erreichte sie die zweite Runde, bei den French Open und in Wimbledon die erste. Mit Marion Bartoli (Rang 61) besiegte sie zum ersten Mal eine Top-100-Spielerin. Bei den Australian Open 2004 erreichte Kerber im Juniorinneneinzel das Viertelfinale. Im Sommer 2004 wechselte sie vom MTSV Olympia Neumünster zum TC Alsterquelle aus Henstedt-Ulzburg in die 2. Tennis-Bundesliga, wo sie zwei Jahre spielte. Dort traf sie auch Torben Beltz, der im September ihr Trainer wurde. Nachdem sie Anfang des Jahres das Finale des ITF-Turniers in Warschau gegen Marta Domachowska verloren hatte, gewann sie im November ihr erstes ITF-Turnier in Opole in Polen und stand auf Rang 15 der deutschen Damenrangliste. Bei den French Open erreichte sie in diesem Jahr die erste Runde und in Wimbledon die zweite. Im Juniorinneneinzel der Australian Open 2005 schied sie erneut in der ersten Runde aus. Im Mai 2005 verlor sie das Finale im ITF-Turnier von Monzón gegen Olena Antypina. Nach einer Leistungspause im Frühjahr und Sommer 2006 gewann sie im Oktober zwei weitere ITF-Turniere, bereits im Februar hatte sie im kanadischen Saguenay gewonnen. Auch schaffte sie erstmals den Einzug ins Hauptfeld eines WTA-Turniers.

2007–2011

Kerber stand 2007 bei den French Open erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers, unterlag aber gleich in Runde eins Jelena Dementjewa. Beim Rasenturnier in Birmingham stieß sie bis ins Achtelfinale vor, wo sie Marion Bartoli unterlag. Beim Rasenturnier in ’s-Hertogenbosch erreichte sie das Viertelfinale, wo sie von der Top-Ten-Spielerin Anna Tschakwetadse gestoppt wurde. In der Weltrangliste kletterte Kerber auf Rang 67. In Wimbledon scheiterte sie in Runde eins erneut an Tschakwetadse, bei den US Open dann an Serena Williams.

2008 erreichte sie die dritte Runde von Indian Wells, verlor dort aber erneut gegen Bartoli. Vorübergehend verabschiedete sie sich aus den Top 100. Gegen Jahresende gewann sie die ITF-Turniere in Madrid und in Saint-Raphaël.

Bei den Australian Open verlor sie 2009 in Runde eins gegen Venus Williams. Im Juli gelang ihr der elfte Titelgewinn bei einem ITF-Turnier (Pozoblanco). Bei den US Open unterlag sie in Runde zwei María José Martínez Sánchez.

2010 unterlag sie bei den Australian Open in der dritten Runde Swetlana Kusnezowa, verlor das WTA-Finale von Bogotá gegen Duque Mariño und musste sich in Birmingham in Runde drei der späteren Siegerin Li Na geschlagen geben. In Wimbledon kam das Aus in der dritten Runde gegen Jarmila Gajdošová.

2011 erreichte Kerber als Ungesetzte (zu diesem Zeitpunkt stand sie auf Weltranglistenplatz 92) und nach 15 Jahren als erste Deutsche wieder das Halbfinale der US Open, der bis dahin größte sportliche Erfolg ihrer Karriere. Sie verlor dort in drei Sätzen gegen die an Nummer neun gesetzte spätere Turniersiegerin Samantha Stosur. Zuvor erreichte sie bereits das Halbfinale in Dallas (Dreisatzniederlage gegen Aravane Rezaï), im Oktober stand sie in Ōsaka ein weiteres Mal im Semifinale (1:6, 6:75 gegen Bartoli).

2012

Auch in Auckland und in Hobart erreichte Kerber jeweils das Halbfinale, sie verlor gegen Flavia Pennetta (1:6, 2:6) bzw. Landsfrau Mona Barthel (0:6, 6:7). Bei den Australian Open unterlag sie in der dritten Runde Marija Scharapowa deutlich mit 1:6, 2:6. In Stuttgart gegen Tschechien gewann sie ihr Fed-Cup-Einzel gegen Lucie Hradecká souverän mit 6:4, 6:4. Anfang Februar gelang ihr schließlich bei den Open GDF Suez in Paris der erste Titelgewinn auf der WTA Tour. Im Endspiel bezwang sie Marion Bartoli mit 7:6, 5:7, 6:3, nachdem sie im Viertelfinale bereits Scharapowa mit 6:4, 6:4 besiegt hatte. In Indian Wells lag sie in ihrem Zweitrundenmatch gegen Sloane Stephens haushoch mit 2:6, 1:5 und 15:40 zurück, gewann aber dennoch in drei Sätzen; im Achtelfinale musste sie beim 6:3, 3:6, 7:64 gegen die aufstrebende US-Amerikanerin Christina McHale drei Matchbälle abwehren. Nach einem glatten Sieg über die Weltranglistensiebte Li Na (6:4, 6:2) ging es dann gegen die Nummer eins der Welt – Kerber verlor das Halbfinale gegen Wiktoryja Asaranka mit 4:6 und 3:6. Im März erreichte sie mit Rang 14 der Weltrangliste eine neue persönliche Bestmarke.

Beim Hartplatzturnier in Kopenhagen gelang ihr im April der zweite WTA-Turniersieg. Das Endspiel gegen Caroline Wozniacki, der sie im Vorjahr im Achtelfinale noch unterlegen war, gewann sie in zwei glatten Sätzen. Seit dem 14. Mai 2012 ist Kerber (unter anderem nach glatten Siegen erneut über Wozniacki in Stuttgart und über Venus Williams in Madrid) die in der WTA-Weltrangliste am besten platzierte deutsche Tennisspielerin. Nach ihrem Halbfinaleinzug in Rom – auf dem Weg dahin besiegte sie auch Petra Kvitová – und der anschließenden Niederlage gegen Scharapowa stieß sie (offiziell am 21. Mai 2012) als siebte deutsche Tennisspielerin in die Top Ten vor. Nach ihrem Erfolg bei den French Open, wo sie erstmals ins Viertelfinale kam, erreichte sie bereits Platz 8 der Weltrangliste. Im Juni unterlag sie beim Rasenturnier in Eastbourne im Finale der Österreicherin Tamira Paszek, die fünf Matchbälle abwehren und dann mit ihrem eigenen dritten Matchball das Turnier gewinnen konnte.

In Wimbledon kämpfte sich Kerber zum zweiten Mal nach den US Open 2011 bei einem Grand-Slam-Turnier bis ins Halbfinale vor, schied dort jedoch gegen Agnieszka Radwańska mit 3:6, 4:6 aus. Sie verbesserte sich im Ranking damit auf Position 7. Bei den Olympischen Spielen in London schied Kerber im Viertelfinale mit 4:6 und 5:7 gegen Asaranka aus. Im Doppel unterlag sie an der Seite von Sabine Lisicki im Achtelfinale mit 2:6, 5:7 den Williams-Schwestern, den späteren Goldmedaillengewinnerinnen.

Beim Hartplatzturnier in Cincinnati verlor Kerber das Finale gegen Li Na mit 6:1, 3:6 und 1:6, nachdem sie zuvor unter anderem Serena Williams (6:4, 6:4) und Petra Kvitová (6:1, 2:6, 6:4) besiegt hatte. Dennoch verbesserte sie sich auf Weltranglistenplatz 6. Bei den US Open erreichte sie (unter anderem nach einem Sieg über Venus Williams) das Achtelfinale, in dem sie gegen Sara Errani in zwei Sätzen ausschied. In Peking zog sie mit einem Dreisatzerfolg über die frühere Weltranglistenerste Wozniacki ins Viertelfinale ein. Dort gab sie im Match gegen Scharapowa beim Stand von 0:6 und 0:3 auf.

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